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Ein Gastbeitrag von MyHandicap – Community, Infos & Adressen für Menschen mit Behinderung

Knapp 13 Jahre habe ich in den Vereinigten Staaten gelebt, studiert und gearbeitet. Dort habe ich als Rollstuhlfahrer mit plastischer Dysplesie sehr positive Erfahrungen gemacht, was es bedeutet mit einer Behinderung in Schule und Gesellschaft akzeptiert, respektiert und geschätzt zu werden. (weiterlesen…)

Mittwoch, Juli 2nd, 2008

Das Vorhaben, in den USA zu studieren, wurde auch in meinem Fall von den Studiengebühren an amerikanischen Hochschulen etwas “durcheinander gebracht”.

Für amerikanische Schulabgänger gibt es viele Möglichkeiten, Stipendien für das Studium zu beantragen. Für ausländische Studenten, besonders Studenten mit Behinderung wie mich (Querschnittlähmung von Geburt an), ist die Situation etwas komplizierter.

Dennoch hatte ich Glück und wurde nach ausgiebiger Recherche und Telefon- bzw. E-Mail-Recherche mit etwa 250 Organisationen und Anbietern von Stipendien doch noch fündig: Der „Verband der Deutsch-Amerikanischen Clubs“, eine private Organisation, welche sich die Förderung der deutsch-amerikanischen Freundschaft zur Aufgabe gemacht hat, erklärte sich schließlich zur Übernahme der Studiengebühren für mein Auslandsstudium bereit. Allerdings waren in diesem Stipendium lediglich die Studiengebühren enthalten, nicht aber die Lebenshaltungskosten und die Kosten für meine medizinische Versorgung vor Ort.

Ein Studium im Ausland ist für die meisten Studenten ohnehin schon ein großer Schritt. Für Behinderte Studenten mit Behinderung ist die Entscheidung für ein solches Auslandsstudium mit zusätzlichen Hürden verbunden. Was Studenten mit Behinderung bei der Planung ihres Auslandsaufenthaltes beachten sollten. Eine “Checkliste”

Finanzierung vorher abklären

Die Studiengebühren z. B. in den USA sind für viele Studenten ein großes Problem. Der “run” auf Stipendien für ausländische Studenten ist sehr groß. Die meisten Stipendien decken ausschließlich die Studiengebühren ab; alle darüber hinaus gehenden Kosten, die während des Aufenthalts anfallen, muss man selbst tragen. Und ein “normaler” Student hat schließlich niedrigere Lebenshaltungskosten…Aber als Behinderter Student mit Behinderung ist man das Improvisieren und Organisieren ja gewohnt, deshalb…Immer mal wieder im Internet zu dem Thema recherchieren – bis ich zu meinem (ganz “normalen”) Stipendium gekommen bin, habe ich in Eigenregie etwa 200 Organisationen/Institutionen per Post, Telefon und E-Mail kontaktiert! Es gibt zu dem Thema “Stipendien” auch Nachschlagewerke und Adress-Verzeichnisse in Buchform.

Hochschule sorgfältig auswählen

Bei der Auswahl der richtigen Hochschule für das Auslandsstudium mit Behinderung spielen drei Fragen die Hauptrolle: Wie sieht es mit den baulichen Voraussetzungen auf und um den Campus aus? Wie ist die Betreuung vor Ort? Und, last but not least, bietet die Hochschule ein Studienprogramm an, das mir fachlich etwas bringt? Schließlich ist man ja (auch) zum Lernen an der Universität eingeschrieben – auch wenn dieses Thema erfahrungsgemäß beim so einem Aufenthalt viel zu kurz kommt…! ;-) Wer jetzt Treppenstufen vor denkmalgeschützten Bibliotheken, schwere Türen am Eingang des Hauptgebäudes und dergleichen im Kopf hat – America, you have it better!” :-) Ein im Jahr 1990 verabschiedetes Gesetz verpflichtet die Eigentümer öffentlicher Gebäude und Bauherren, die Bedürfnisse eines Menschen mit Behinderung bei der Gebäudeplanung zu berücksichtigen. Und da ist schon viel passiert, es muss sich aber auch noch einiges tun…