…nicht ganz so lustig, weil viel mehr und häufiger Schnee fällt als hierzulande! Die Wahrscheinlichkeit, in Minnesota „weiße“ oder zumindest sehr kalte Weihnachtstage zu erleben, ist sehr hoch. Das Land ist über weite Strecken flach, der Wind kann ungehindert durchziehen. Dementsprechend niedrig sind die Temperaturen: -20 bis -25°C, gefrorene Scheiben und Eisblumen an den Fenstern der Studenten-Wohnheime sind dort im Winter keine Seltenheit. In dem Jahr, als ich dort war, fiel der erste Schnee bereits Anfang/Mitte Oktober! Die Architekten der Hochschul-Gebäude haben jedoch, wie ich sehen konnte, vorgesorgt: Die Gebäude sind meistens durch Gänge miteinander verbunden, so dass Studenten und Personal nicht nach draußen müssen, um von einem Unterrichtsraum zum nächsten zu gelangen.
„Christmas Day“ und die amerikanische Religiosität
Abgesehen von den klimatischen Verhältnissen verläuft Weihnachten in Minnesota fast genauso wie hier bei uns: Es gibt am „Christmas Day“ (25. Dezember) Geschenke, ein Weihnachtsbaum wird aufgestellt – in vielen Haushalten stehen Weihnachtsbäume aus Plastik – , und die Kirchengemeinde begibt sich zur Mitternachtsmesse. Religiöser Patriotismus ist in den USA ein sehr hohes Gut, das von uns Europäern oft „belächelt“ oder unterschätzt wird – zu unrecht, wie ich während des Auslandsaufenthalts und eines zuvor absolvierten Schüleraustauschs feststellen konnte.
„Roast Turkey“: das traditionelle Weihnachtsessen in den USA
Traditionell gibt es in den USA zu Weihnachten gefüllten Truthahn mit Cranberry-Sauce (nicht zu verwechseln mit den hierzulande bekannten Preiselbeeren), Mais und grünen Bohnen. Beinahe jede Familie hat ihr eigenes Rezept für das „stuffing“ des Truthahns, in den Südstaaten auch „dressing“ genannt: Bestandteile der Füllung sind häufig Mais- oder Weißbrot, Zwiebeln, Sellerie, Petersilie, Wildreis oder auch Kastanien. Die Rezepte für die Truthahn-Füllungen werden heute noch von Generation zu Generation weitergegeben. Im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten wird die „Speisekarte“ zu Weihnachten um skandinavische Gerichte wie „Lutefisk“ (Fischgericht, für dessen Zubereitung Trockenfisch verwendet wird) oder Rübenpüree erweitert, die Einwanderer aus ihren Heimatländern mit in die USA brachten.